Gesetzliche Grundlagen zu den Rauchmeldern


Hintergrund ...

Jedes Jahr sterben immer noch ca. 400 Menschen durch Brände – die meisten davon in ihren eigenen vier Wänden. Über 70 Prozent aller Brände ereignen sich zumeist nachts. Von den Todesfällen sind ca. 95 % auf eine Rauchvergiftung zurückzuführen, weil Rauch und giftige Gase die Betroffenen in eine tiefe Bewusslosigkeit fallen lassen. Oft bleiben nur wenige Minuten zur Flucht, denn wenn ein Schwelbrand in einen starkes offenes Feuer übergeht, ist es dazu meist schon zu spät.

Trotz dieser alarmierenden Fakten sind in Deutschland immer noch nicht alle privaten Haushalte mit Rauchwarnmeldern ausgestattet. Hinzu kommt, daß behinderte Menschen sich nicht so schnell in Sicherheit bringen können wie Nichtbehinderte - sie müssen daher besonders zeitig gewarnt werden. In unserem speziellen Falle ist es sogar so, daß für Hörgeschädigte oder Gehörlose Möglichkeiten geschaffen werden müssen, daß auch wir rechtzeitig gewarnt werden kouml;nnen.


Rechtliche Rahmenbedingungen

Die Installation von Rauchwarnmeldern ist in Deutschland mittlerweile nahezu flächendeckend in den jeweiligen Landesbauordnungen der Bundesländer festgeschrieben. Hier in Thüringen ist es die Landesbauordnung Thüringen (ThürBO) § 48, Absatz 4. Darin heisst es:
Zum Schutz von Leben und Gesundheit müssen in Wohnungen Schlafräume und Kinderzimmer sowie Flure, über die Rettungswege von Aufenthaltsräumen führen, jeweils mindestens einen Rauchwarnmelder haben.
Die Rauchwarnmelder müssen so eingebaut und betrieben werden, dass Brandrauch frühzeitig erkannt und gemeldet wird. Vorhandene Wohnungen sind bis zum 31. Dezember 2018 mit Rauchwarnmeldern auszurüsten. Die Einstandspflicht der Versicherer im Schadensfall bleibt unberührt.


In den meisten Bundesländern müssen nicht nur neu errichtete, sondern auch bestehende Wohnungen innerhalb einer bestimmten Frist mit Rauchwarnmeldern ausgestattet werden. In Thüringen besteht - wie im Gesetzestext oben dargestellt - die Nachrüstpflicht für Bestandsbauten bis zum 31.12.2018.

        Hier gibt´s den entsprechenden Artikel aus der TA - vom 07. Janaur 2016, Ausgabe Weimar, Seite TCSE1


Wie und wo sollten Rauchmelder installiert werden?

Der Rauch steigt bekanntlich immer zuerst nach oben auf und verteilt sich dann an der Decke gleichmäßig weiter. Daher sollte ein Rauchmelder logischerweise immer an der Decke montiert werden - idealerweise möglichst in der Mitte des jeweiligen Zimmers. Sollten dort Balken oder ähnliches sein, ist ein Mindestabstand von wenigstens 50 cm erforderlich. Die maximale Montagehöhe beträgt übrigens 6 m.


Spezielle Lösungen für Gehörlose und schwer Hörgeschädigte

Menschen mit verringertem Hörvermögen haben besondere Anforderungen an einen wirkungsvollen Brandschutz.
Die DIN 14676 fordert hier ganz klar:
"Bei Personen, die über ein eingeschränktes Wahrnehmungsvermögen verfügen, müssen gegebenenfalls organisatorische Maßnahmen vorgesehen oder zusätzliche geeignete Warneinrichtungen eingesetzt werden."

Drei Hersteller haben nun Funk-Sets geschnürt, das den Alarm eines Warnmelders in optische, akustische und körperliche Signale umsetzt: Löst ein mit dem jeweiligen Empfängermodul vernetzter Rauchmelder Alarm aus, beginnt ein starkes Blitzlicht zu blinken, ein lauter Ton kann ggf. erzeugt werden und/oder ein Vibrationskissen rüttelt den Schlafenden wach. Die Funk-Vernetzung ermöglicht somit eine schnelle und einfache Installation und macht eine Verkabelung überflüssig.

Nun sind aber solche Sets deutlich teurer als die normalen Rauchmelder für Normalhörige, die ja oft zu Schleuderpreisen im Baumarkt verhökert werden. Aber hier gibt es nun Abhilfe für Gehörlose und an hochgradiger, an Taubheit grenzender Schwerhörige. Im Jahr 2014 gab es ein Urteil des BSG unter dem Aktenzeichen B3 KR 8/13R vom 18. Juni 2014, darin ist der Rechtsanspruch auf die Versorgung der speziell Betroffenen mit einem auf ihre Bedürfnisse angepaßtem Rauchwarnmeldesystem durch ihre Krankenkasse festgeschrieben.

Der vollständige Gesetzestext kann hier nachgelesen werden.