Wie parke ich auf einem Parkplatz der Supermärkte - Wie vermeide ich Knöllchen?



         

In Zukunft sollte man auf allen Parkplätzen der Supermärkte auf solche oder ähnliche Schilder (siehe oben) achten.
Das rechte ist vom Rewe-Parkplatz in Bad Berka. Beim Klick auf beide rechten Bilder bekommt Ihr die dortigen Geschäftsbedingungen und einen näher erläuternden Artikel als PDF zum Downloaden.
Der Grund für den "Knöllchen-Wahnsinn " ist hier schnell erklärt:


Dürfen Supermärkte Autos auf ihren Parkplätzen abschleppen lassen? Ja, sagen Verkehrsrecht-Experten. Wer dort parke, aber nicht einkaufe, müsse damit rechnen, abgeschleppt zu werden oder auch ein Knöllchen zu bekommen. Beides sei rechtens - und kann manchmal richtig teuer werden.

Ob in Wohngebieten oder in Innenstädten: Wo Parkraum rar ist, gelten Supermarkt-Parkplätze als Notlösung oder gar Geheimtipp. Manch einer parkt dort, springt aber wenigstens noch schnell in den Laden und kauft etwas, um sein Gewissen zu erleichtern. Doch in vielen Fällen bleibt das Auto dann stehen - zum Ärger der Einzelhändler.

Um sich der Parkplatz-Parasiten zu entledigen, lassen zahlreiche Supermärkte Langzeitparker abschleppen oder schützen ihre Parkplätze mit Schranken. Einen anderen Weg beschreiten nun die Supermärkte: Sie lassen einen privaten Sicherheitsdienst Knöllchen verteilen - und kassieren saftige "Bußgelder": 15 ... 30 Euro werden fällig, meistens 5 ... 10 Euro mehr als Falschparken auf den öffentlichen Parkplätzen der Stadt kostet.

Vor allem: sobald die Parkscheibe nicht hinter der Scheibe bereitliegt, droht die Falle zuzuschnappen. Auch darauf weist das Schild hin: unbedingt die dort eingetragene maximale Parkzeit nicht überschreiten - daher ist die Parkscheibe unbedingt auszulegen.

Unter Betroffenen führt das zu Verärgerung bis hin zu Boykott-Drohungen gegen die entsprechenden Supermarkt-Ketten. Doch rechtlich scheint das Vorgehen sauber zu sein. Elke Hübner, Verbraucherschützerin des ADAC, erklärt: "Auf Privatparkplätzen bestimmt der Eigentümer die Regeln." Diese müssten klar kommuniziert werden, beispielsweise mittels eines aufgestellten Schildes, dann sei das das "Bußgeld" rechtens. Aber genau das ist das Problem - denn diese Schilder stehen nicht immer an der Einfahrt, sondern irgendwo auf dem Parkplatz und müssen erst gesucht werden.

Streng rechtlich handele es sich dabei allerdings nicht um eine "Buße", sondern um ein Entgelt für die erbrachte Leistung - nämlich das Bereitstellen eines Parkplatzes. Wer nicht zahlt, muss damit rechnen, dass er per Post eine Mahnung erhält: Namen und Anschrift des Halters erfährt der Parkplatz-Eigentümer in einem solchen Fall von der Zulassungsstelle oder dem Kraftfahrt-Bundesamt.

Der Fall erinnert an die Firma Contipark, die in vielen Städten Bahnhofsparkplätze betreibt. Wer dort die Parkzeit überschreitet, muss ebenfalls tief in die Tasche greifen. Diese "Vertragsstrafe" steht versteckt in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen, die viele Autofahrer erst lesen, wenn das Knöllchen schon an der Windschutzscheibe steckt. Dass Supermärkte Langzeitparker abschleppen lassen dürfen, ist sogar höchstrichterlich bestätigt:
Der Bundesgerichtshof entschied bereits 2012, dass Falschparker auf privaten Parkplätzen abgeschleppt werden dürfen. Der Eigentümer beziehungsweise der von ihm beauftragte Abschleppdienst dürfen dabei sogar den neuen Standort des Autos so lange geheimhalten, bis der Halter gezahlt hat (AZ: V ZR 30/11).

Ergo:
vergeßt niemals die Parkscheibe mit der korrekten Ankunftszeit hinzulegen!